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Islamische Gemeinde Berlin, 1929 » Islam in Deutschland    » Home

Deutschland und seine Muslime

Eine Chronik

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1731/1732
Der Herzog von Kurland macht dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. zwanzig "türkische" Gardesoldaten zum Geschenk. Dieser errichtet für sie am Langen Stall in Potsdam einen Saal als Moschee. Mit dem königlichen Dekret zu Potsdam von 1731 erfolgte die erste islamische Gemeindegründung auf deutschem Boden.

1760
In der zaristischen Armee verbreitete sich das Gerücht, der Sultankalif plane aus Freundschaft zu Preußen den `Heiligen Krieg´ gegen Rußland auszurufen, was zum Überlaufen zahlreicher in der russischen Armee dienenden muslimischen Soldaten zu den Preußen führte.

1762
wurde aus ihnen ein selbständiges "Bosniakenkorps" mit ca. 1000 Mann errichtet.

1780-1785
Im "Türkischen Garten" des pfälzischen Kurfürsten Carl-Theodor wird eine Moschee als Mittelpunkt gebaut, aber nicht als Sakralbau benutzt.

1870/71
Die Moschee wird 1870/71 von kriegsgefangenen französischen Zuaven und Turkos als Gebetsstätte genutzt.

1914
Kaiser Wilhelm II. läßt in Wünsdorf bei Zossen, nahe Berlin, eine Moschee für die muslimischen Kriegsgefangenen bauen. Diese Moschee dienste nach dem Ersten Weltkrieg den Berliner Moslems als erste Gebetsstätte, wurde aber wegen Einsturzgefahr 1924 geschlossen und 1925/26 abgerissen.

1922
Die in Berlin lebenden Angehörigen des Islam aus 41 Nationen schlossen sich zur "Islamischen Gemeinde Berlin" zusammen.

1927
Gründung des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland e.V. (ZIIAD) in Berlin - Heute in Soest beheimatet

1932/1933
Am 31. Oktober 1932 wird der Verein Islamischer Weltkongreß/Zweigstelle Berlin gegründet und am 31. Mai 1933 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin-Lichterfelde eingetragen. Rechtsnachfolger ist der 1986 gegründete Islamrat

1933
In Deutschland leben ca. 1000 Muslime, darunter 300 Deutsche.

1942
Das Zentralinstitut Islam-Archiv erhält den Rechtsstatus eines eingetragenen Vereins - wird aber von der Nazi-Propaganda benutzt.

1947/48
Nur noch rund 150 deutsche Muslime leben in Deutschland

1952/1954
Gründung der Deutschen Muslim Liga e.V. Hamburg. 1954 als Verein in Hamburg eingetragen und damit älteste deutsch-muslimische Gruppierung der Nachkriegszeit.

1958
Entschluss einer Gruppe muslimischer Studenten der IMSU (Internationale Muslim Studenten Union), in Aachen eine Moschee zu gründen.

1964
Grundsteinlegung der Bilal-Moschee und Gründung des Islamischen Zentrums in Aachen.

1964
Gründung der Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e.V. (MSV)

1972
Korrespondentenstelle des Islamischen Weltkongresses in Saarbrücken eingerichtet.

1973
Gründung des Islamisches Kulturzentrums Köln e.V. heute: Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ)

1977
Gründung des "Freundeskreises Islamischer Weltkongreß" mit Sitz in Gütersloh als Vorstufe für die Wiedergründung einer nationalen Sektion

1978
Gründung der "Islamischen Gemeinschaft der Moslems aus der Föderativen Republik Jugoslawien"

1978
Gründung der Islamischen Wissenschaftlichen Akademie zur Erforschung der Wechselbeziehungen zur abendländischen Geistesgeschichte und Kultur e.V. unter Leitung von Professor Dr. Abdoldjavad Falaturi,

1978
Gründung der Europäischen Föderation der Türkischen Demokratischen Idealistenvereine (ADÜTDF) - als Europaorganisation der türkischen MHP.

1979
Berufung eines Bevöllmächtigten Vertreters des Islamischen Weltkongresses für die Bndesrepublik und West-Berlin.

1979
Der VIKZ stellt einen Antrag auf Verleihung der öffentlichen Körperschaftsrechte für das Bundesland Nordrhein-Westfalen - zieht in aber zurück.

1979
Gründung der Islamische Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime & Freunde des Islam Berlin e.V. (Mitglied im ZMD)

1980
2. Bundestreffen des VIKZ in Hagen (Westfalen), bei dem sich die einzelnen, bis dahin voneinander unabhängigen Islamischen Kulturzentren zum "Verband der Islamischen Kulturzentren e.V." zusammenschließen.

1982
Einsetzung der nationalen Sektion des Islamischen Weltkongresses in Rinteln/Weser

1983
Erklärung der deutschen Sektion des Islamischen Weltkongresses für die Einheit der islamischen Gemeinden, für die Anerkennung der verfassungsmäßigen Ordnung und für Frieden und Zusammenarbeit vom 7. Januar 1983 (Rintelner Erklärung)

1982/84
Gründung der "Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion" (DITIB). Untersteht unmittelbar der Jurisdiktion der Obersten Türkischen Religionsbehörde (Diyanet Isleri Bakanligi) in Ankara.

1984
Die Vertretung des Islamischen Weltkongresses reklamierte beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg die Rechtsnachfolge der Einrichtung von 1932/33, was auch anerkannt wurde.

1986
Gründung des Islamischen Arbeitskreises in Deutschland

1986
Gründung des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland (kurz: Deutscher Islamrat) in Berlin

1987/88
Abspaltung der Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V. (ATIB) von der pantürkischen ADÜTDF

1988
Der VIKZ scheidet aus dem Islamrat aus, da er dessen Entscheidungen nicht mehr mittragen konnte und wollte.

1989
Gründung der Föderation der Islamischen Organisation in Europa (FIOE) als Repräsentant der wichtigsten Islamischen Zentren in Europa

1989
Gründung des Islamisches Konzil in Deutschland (IK) als Mitglied des von Saudi-Arabien geführten "Islamischen Weltkonzils". Die Federführung liegt bei der Islamischen Studentenvereinigung in Frankfurt a.M.

1989
Verselbständigung der "Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V." unter Bashir Ahmad Dultz.

1991
Der VIKZ schließt sich dem Islamischen Arbeitskreis in Deutschland an.

1991
Gründung der ersten alevitischen Dachorganisation: Vereinigung der Aleviten Gemeinden in Europa e.V.

1992
Es bestehen 18 bosnisch-islamische Gemeinden mit rund 70000 Mitgliedern, in der Regel Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien

1994
Gründung des Zentralrates der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD) als Nachfolger des Islamischen Arbeitskreises in Deutschland

1995
Gründung der "Islamische Gemeinschaft Milli Görüs - Avrupa Milli-Görüs Teskilatlari e.V." (IGMG) als Nachfolgeorganisation der Islamische Vereinigung der neuen Weltsicht in Europa (AMGT). Größte nichtstaatliche muslimische Organisation in Deutschland. Personelle Verknüpfungen und Orientierungen an der türkischen Refah- bzw. Fazilet-Partei.

1996
Neuerlicher Antrag des VIKZ auf Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

1996
Auf der 19. Jahrestagung der ADÜTDF am 6.10.1996 in Essen hat sich die Organisation in zwei Gruppierungen aufgeteilt, wobei die für die Bundesrepublik Deutschland zuständige Abteilung den Namen "Almanya Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu" (AÜTDF) annimmt.

1997
Gründung der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, die Ansprechpartner des Landes Hessens für religiöse Belange sein will.

1999
Gründung der SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg unter Beteiligung von 42 Vereinigungen. Die Schura repräsentiert nach eigenen Angaben ca. 80% der organisierten Muslime der Hansestadt und versteht sich als Ansprechpartner der Hansestadt für gemeinsame muslimische Anliegen.

2000
Der VIKZ tritt aus dem Zentralrat der Muslime in Deutschland aus

2002
Der ZMD gibt eine Grundsatzerklärung "Islamische Charta" heraus, die ein Bekenntnis zur pluralistischen und säkularen Gesellschaft enthält.

In Niedersachsen wird nach Hamburger Vorbild eine Schura - Rat der islamischen Gemeinschaften in Niedersachsen gegründet. Vorrangiges Anliegen ist es, dem Land einen repräsentativen Ansprechpartner für Fragen des muslimischen Religionsunterrichtes zu bieten.

2003
Gründung des KCID, des Koordinierungsrat der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialoges in Deutschland.

Das "Kopftuchurteil" des Bundesverfassungsgerichts beendet nicht die Diskussion um das Kopftuch einer Lehrerin, sondern führt in der Folge zu vielen kontroversen Stellungnahmen.

Diese Chronik verdankt der Darstellung von Helmut Zenz: Der Islam als Weltreligion und in Deutschland. sehr viel. Siehe also auch:

« http://www.helmut-zenz.de/hzislam.htm

 

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wilhelm sabri hoffmann - rheine - 2004