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Historischer Abriß3000 Jahre Kampf und Versöhnung |
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Was wird dargestellt?
Antike
Mittelalter
Neuzeit
20. Jahrhundert
Die folgenden Daten sollen einen Überblick über das historische Auf und Ab zwischen Zusammenleben und Vertreibung, Toleranz und Verfolgung, Mord und Versöhnung geben. Dabei beschränke ich mich auf Europa und den Nahen Osten und das Zusammenleben der drei "abrahamitischen" Religionen Judentum, Christentum und Islam.
Diese Einschränkung macht Sinn, denn:
Diese drei Religionen sind von ihrem Ursprung her schon aufeinander bezogen, und nehmen auch in ihren verbindlichen Offenbarungsungtexten aufeinander Bezug.
Das schafft Nähe, aber auch Konkurrenz. Die größten Konflikte zwischen Religionsgemeinschaften gab es zwischen diesen dreien. Natürlich gibt es auch Auseinandersetzungen zwischen z. B. Hindus und Muslimen, oder auch eine wechselvolle Geschichte der christlichen Mission unter den Naturreligionen. Aber - und das bleibt festzuhalten - die erbittersten Auseinandersetzungen und die größten Schuldzuweisungen finden sich noch immer zwischen diesen dreien.
Die Kulturräume, die diese drei in den letzten 1500 Jahren fast konkurrenzlos geprägt haben, sind Europa, der Mittelmeerraum und der Nahe Osten..
um 1250 v. Chr.
Israelitische Stämme dringen in Kanaan ein. Hebräer und Kanaaniter siedeln nebeneinander, und verehren nebeneinander und wohl auch zuweilen zusammen ihre Gottheiten.
Das Buch Exodus aber verbietet später im Rückblick den Verkehr zwischen Israeliten und heidnischen Einwohnern des Landes.
9. Jhd v. Chr.
Unter den Königen David und Salomo und ihren Nachfolgern in den Staaten Israel und Juda
kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen denen, die den Kult der "fremden Götter" aus Kanaan oder Phönizien dulden oder fördern und den Propheten des Bundes Israels.
5. Jhd. v. Chr.
Israel und dann auch Juda werden von den Großmächten Assyrien und Babylon besiegt, die Bevölkerung wird verschleppt.
Propheten wie Jesaja ermahnen die verbannten Juden in Babylon zur Weiterleben
und zur "Integration" in der Fremde, ohne ihre Eigenständigkeit als Gemeinschaft oder ihre religiöse Bindung aufzugeben.
538 v. Chr.
Edikt des Perserkönigs Kyros ermöglicht den Juden die Rückkehr nach Jerusalem. Jesaja bezeichnet ihn als Werkzeug Gottes. Das Weltreich der Perser mischt sich nicht in die religiösen Belange seiner Untertanen - und die Thora wird Landesgesetz in Judäa.
Die Wiedergewinnung der alten Heimat und der eigenen Rechtspflege unter Esra als Statthalter des Perserkönigs Kyros lassen alte Ängste um die Bewahrung der eigenen Identität aufleben. Esra verbietet die Mischehen mit den Bewohnern des Landes. Scharfe Abgrenzung von den Samaritanern, die im Land verblieben waren.
322 v. Chr.
Alexander der Große schließt seinem Weltreich Israel und Ägypten an. Im ganzen
Mittelmeerraum verbreiten sich jüdische Gemeinden und "integrieren" sich in die hellenistische Kultur und die griechische Sprache.
ca. 250 v. Chr.
Es entsteht eine griechischsprachige jüdische Diaspora im Mittelmeerraum. Für sie wird der Tanach ins Griechische übersetzt - als "
Septuaginta".
168 v. Chr.
Der Seleukide Antiochos schafft mit einer rigorosen "Assimilierungspolitik" und
der Aufstellung von Götterbildern im Tempel den Anlass für den Aufstand der Makkabäer.
Nachdem die Hasmonäer als jüdische Dynastie die Herrschaft in Palästina errungen haben, verschmähen sie weder hellenistische Namen, noch hellenistische Institutionen, schaffen aber einen Staat auf jüdisch-nationaler Grundlage: mit Zwangsbekehrung unterworfener Völker wie der Idumäer.
1. Jhd. v. Chr.
Palästina unter römischer Herrschaft. Die Römer räumen den Juden Sonderrechte in ihrer Religionsausübung ein - betrachten sie selbst aber wegen ihrer religiösen Ausgrenzungsvorschriften und ihrer Weigerung, andere Götter anzuerkennen, als intolerant.
Da im römischen Reich Religion nicht als Privatangelegenheit, sondern als gemeinschaftsstiftende und erhaltende Kraft angesehen wurde, wird diese Weigerung, den Göttern der Nachbarvölker und des Reiches Respekt entgegenzubringen, als Weigerung verstanden, sich in die Gemeinschaft der Völker der Reiches einzuordnen.
139 v. Chr. und 19 n. Chr. wird die jüdische Gemeinde aus Rom vertrieben.
ca. 30-33
Der historische Jesus von Nazareth verkehrt mit Mitgliedern der Besatzungsmacht (Hauptmann von Kafernaum), Kollaborateuren (Zöllnern), Abtrünnigen (Samaritern) und Heiden (syrophönizische Frau). Aber das Zusammenleben mit den Heiden selbst wird vor dem nahen Eintreffen des Gottesreiches selbst nicht problematisiert. Zu kurz ist die Zeit.
43-44
Verfolgung der Christengemeinde in Jerusalem durch die Partei der Sadduzäer. Tod des
Jakobus - des Oberhauptes der judenchristlichen Gemeinde in Jerusalem.
Die Partei der Pharisäer plädiert im Gegensatz zu den Sadduzäern für Toleranz gegenüber den Judenchristen.
47
Beginn der Missionsreisen des Paulus. Die jüdischen Synagogengemeinden außerhalb Palästinas gehen dazu über, Judenchristen auszuschließen - z. T. mit gewaltsamen Mitteln. Dadurch
genießen Christen nicht mehr den Schutz der römischen Sonderrechte für Juden.
49
Vertreibung der Juden aus Rom unter Claudius wegen der Unruhen um einen sogenannten "Chrestos".
64
Brand Roms unter Nero, Höhepunkt der ersten Christenverfolgungen
70
Die Römer unter Vespasian und Titus belagern und zerstören Jerusalem. Das Judentum verliert sein religiöses und kultisches Zentrum. In den jüdischen Gemeinden gewinnt das rabbinische Judentum ("Pharisäer") die Führung.
144
Marcion, der der Gnostik nahesteht, wird als Häretiker exkommuniziert, weil er die Texte des Tanach
als nicht verbindlich für Christen anerkennen will.
ca. 150
Abschluß der Redaktion der Evangelien.
2. Jhd.
Die Rabbinen nehmen eine Verfluchung des ketzerischen christlichen Standpunktes in das
tägliche Achtzehnbittengebet auf, um Judenchristen die Teilnahme am Synagogengottesdienst unmöglich zu machen.
ca. 280
König Tiridates von Armenien tritt zum Christentum über.
Zum ersten Male in der Geschichte wird das Christentum Staatsreligion.
Verfolgung derjenigen, die sich der Taufe entziehen wollen.
3./4. Jhd.
Höhepunkt der Christenverfolgungen im römischen Reich.
313
Toleranzedikt Kaiser Konstantins: Das Christentum ist geduldete Religion.
325
I. Ökumenisches Konzil in Nikaia. Formulierung eines verbindlichen christlichen Glaubensbekenntnisses und der Lehre, dass Christus
"wesenseins mit dem Vater" sei.
380
Das Christentum wird Staatsreligion im Römischen Reich.
429
Das jüdische Patriarchat und der Sanhedrin als oberste Organe jüdischer Selbstverwaltung
in den beiden römischen Provinzen Palästinas werden aufgelöst
451
IV. Ökumenisches Konzil in Chalkedon: Abschluss der christologischen Streitfragen.
Aufspaltung der östlichen Christenheit in dieser dogmatischen Diskussion.
ca. 499
Abschluss der Redaktion des babylonischen Talmud, der verbindlichen Festlegung der jüdischen religiösen Praxis.
Mittelalter
ca. 613
Erstes öffentliches Auftreten des Propheten Muhammad (sas) nach einem Berufungserlebnis.
Ablehnung und durch die Oberschicht seiner Heimatstadt Mekka.
Im christlichen Abessinien wird einer Gruppe von muslimischen Auswanderern Schutz gewährt.
622
Hidschra - Auswanderung des Propheten von Mekka nach Medina,
wohin er von einer Koalition arabischer und jüdischer Stämme gerufen wurde. Beginn der islamischen Zeitrechnung.
627
"Grabenkrieg" - Belagerung Medinas durch die Mekkaner. Vertreibung und Vernichtung
jüdischer Stämme in Medina, die der Kollaboration mit den Mekkanern angeklagt werden.
Bald darauf Schutzverträge mit christlichen Stämmen in der Umgebung Medinas.
632
Tod des Propheten. Die arabische Halbinsel wird muslimisch.
638
Eroberung Jerusalems durch die Araber.
Die Eroberer belassen den Christen ihre heilige Stätten und ermuntern die Juden zur Ansiedlung in der Stadt.
Bald ist die Hälfte der Mittelmeerwelt muslimisch.
Viele Christen, insbesondere die Angehörigen "häretischer" Kirchen, empfinden die Eroberer als Befreier von Druck und Verfolgung durch die
byzantinische Staatskirche.
711-732
Muslimische Eroberung Spaniens. Im Reich Al-Andalus leben Muslime, Christen und Juden
mehr als 500 Jahre friedlich nebeneinander.
800
Kaiserkrönung Karls des Großen.
Anfänge des Heiligen Römischen Reiches, das sich als Schutzherr der christlichen Kirche versteht.
Diplomatischen Missionen zwischen dem fränkischen Reich und dem Kalifenhof in Bagdad.
935
Tod des islamischen Theologen Al-Ash'arî. Abschluss der dogmatischen Debatten um Glaube und Vernunft mit den
Rationalisten, die die Philosophen der griechischen Antike für den Islam
entdeckt hatten.
996-1021
Kalif el-Hakim in Ägypten: Verfolgung der koptischen Kirche und Zerstörung der Kirche des Heiligen Grabes.
Der größenwahnsinnige Herrscher wendet sich auch bald gegen seine muslimischen Untertanen.
1096-1270
Kreuzzüge des Abendlandes um die Rückeroberung des Heiligen Landes.
Vertreibung und Kampf nicht nur gegen Muslime sondern auch gegen Juden und orthodoxe Christen.
1096
Massaker an den Juden des Rheinlandes durch Kreuzfahrer.
1099
Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer mit einem Blutbad unter den muslimischen und jüdischen Bewohnern.
1111
Tod des bedeutendsten islamischen Theologen Al-Ghazzâlî, der Mystik und Dogmatik miteinander versöhnt.
Seine Schriften zeigen Vertrautheit mit Evangelium und Tanach.
1143
Erste Übersetzung des Korans in Lateinische, veranlasst durch Petrus Venerabilis von Cluny.
1187
Sultan Saladin erobert Jerusalem für die Muslime zurück.
1215
IV. Laterankonzil. Höhepunkt päpstlicher Machtentfaltung. Einführung des
Judenkennzeichens in Europa.
1232
Papst Gregor IV. richtet die päpstliche Inquisition ein. Sie wird vom neugegründeten Dominikanerorden betrieben und wendet sich zunächst gegen christliche Häretiker.
1269
Thomas von Aquin legt in seiner "Summa contra gentiles" (Summe gegen die Heiden) ein Handbuch für die Auseinandersetzung mit Juden und Muslimen vor, das ihre religiösen Positionen zuerst einmal objektiv zur Kenntnis nimmt.
1348-50
Pestepedemie in ganz Europa führt zu Ausschreitungen und Pogromen gegen Juden.
1442
Konzil von Florenz: Die nichtchristliche Welt besteht aus Heiden, die dem ewigen Feuer verfallen, wenn sie sich nicht vor ihrem Tod der katholischen Kirche anschließen.
1453
Konstantinopel, das Zentrum der orthodoxen Christenheit wird von den
Osmanen erobert. Die Hagia Sophia, die größte Kirche der östlichen Christenheit, wird Moschee.
Der Patriarch von Konstantinopel erhält die Rechtshoheit in inneren Angelegenheiten über die orthodoxen Christen.
1479
Die "spanische Inquisition" wird vom Papst bestätigt. Sie bringt nicht nur vermeintliche christliche Ketzer auf den Scheiterhaufen, sondern auch viele zwangsbekehrte Juden und Muslime in
Spanien.
1492
Fall von Granada, dem letzten muslimischen Reich in Spanien. Vertreibung der Muslime und Juden aus Spanien. Aufnahme und Ansiedlung spanischer Juden im Osmanischen Reich.
1516
Palästina wird zusammen mit Syrien und Ägypten osmanisch.
Neuzeit
16. Jhd
Martin Luther sieht in allen Religionen nur Ausdruck einer falschen "Werkheiligkeit" des Menschen, eines Versuches durch eigene Anstrengungen und Erfolge zu Heil zu gelangen. Demgegenüber ist nur das Christentum Religion der Gnade und der Rechtfertigung durch Gott selbst.
Streitschriften, z. T. im hetzerischem Tonfall, gegen Juden und Türken.
1553
Im reformatorischen Genf wird der spanische Arzt Michael Servet verbrannt, weil er das Dreifaltigkeitsdogma anzweifelt.
1555
Augsburger Religionsfriede: rechtliche Anerkennung der konfessionellen Spaltung Deutschlands.
18. Jhd.
Die Aufklärung entdeckt neben den positiven Religionen eine allen Menschen gemeinsame
natürliche Vernunftreligion.
Voltaire sieht in der natürlichen Religion das Ursprüngliche, die positiven Religionen sind nur Verfälschungen (Die drei "Betrüger": Moses, Jesus und Mohammed)
Lessing sieht in den positiven Religionen nur ein Erziehungsmittel der Geschichte, das den Menschen zugute kam, die noch nicht vollen Zugang zum Vernunftgebrauch hatten. Gegenüber der Vernunft sind die Offenbarungsreligionen gleichwertig (Nathan der Weise - Ringparabel).
Aufgeklärte protestantische Theologen sehen in der Folge im Christentum die beste Entsprechung und Überbietung der natürlichen Religion.
1685
Freiheit der Religionsausübung für die Juden in England.
1791
Volle Staatsbürgerrechte für Juden in Frankreich.
1798
Napoleons Invasion in Ägypten. In der Folge setzen sich europäische Kolonialmächte im Nahen Osten fest. Die Folge sind unter anderem Spannungen und
Verfolgungen christlicher Minderheiten, die jetzt ständig unter dem Verdacht der Kollaboration mit den Kolonialmächten stehen.
1821
Griechischer Aufstand gegen die osmanische Herrschaft, von den europäischen Mächten unterstützt.
Die Osmanen lassen orthodoxe Bischöfe als für das Verhalten der griechischen Untertanen Verantwortliche hängen.
1830
Französische Invasion in Algerien. In der Folge Kolonisation durch französische Siedler.
1848
Letzte Hinrichtung eines Apostaten im Osmanischen Reich.
1872-1878
"Kulturkampf" zwischen katholischer Kirche und preußischem Staat.
Zurückdrängung der Kirche aus traditionellen Aufgaben wie z. B. der Erziehung.
1876
Die neue osmanische Verfassung proklamiert den Islam als Staatsreligion, gibt Juden und Christen aber gleiche politische Rechte und öffnet ihnen öffentliche Ämter.
1882
Besetzung Ägyptens durch Großbritannien.
1893
Gründung des Central-Vereins Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens.
1894
Dreyfus-Affäre. Theodor Herzl begründet mit dem Buch "Der Judenstaat" den politischen Zionismus.
20. Jahrhundert
1901
Der evangelische Theologe Ernst Troeltsch lehrt, dass alle Religionen kulturgebunden sind und keine Religion Absolutheitsanspruch haben könne, da alle Äußerungen Gottes seien. Aber das Christentum biete die höchstentwickelte religiöse Lebenswelt und damit die beste Grundlage für persönliche Vergewisserung und Entscheidung.
1905
Tod des ägyptischen Reformtheologen Muhammed Abduh in Ägypten. Abduh forderte sowohl Rückbesinnung auf den ursprünglichen Islam als auch die Aneignung europäischer Bildung.
1910
Weltmissionskonferenz in Edinburgh: Christianisierung des gesamten Erdballs noch in dieser Generation vorausgesagt.
1915-16
Massaker und Deportation der Armenier in Ostanatolien, die der Kollaboration mit den Russen angeklagt werden.
In der Auseinandersetzung mit christlichen Volksgruppen, die Autonomie oder Selbstbestimmung fordern, haben sich immer neben nationalen auch religiös-kämpferische Töne eingemischt.
1923
In der Türkei wird das Kalifat abgeschafft.
1927
Erste Weltkirchenkonferenz "Faith and Order" in Lausanne.
1939
Der evangelische Theologe Karl Barth bekämpft das "Neuheidentum" des Nationalsozialismus. Er sieht in dem "Religionismus" der liberalen evangelischen Theologie die Ursache für das Zurückweichen der einmaligen Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christi vor den Religionen und Ersatzreligionen: allesamt Menschenwerk.
1941
Beginn einer systematischen Ermordung der europäischen Juden in Vernichtungslagern.
1943
Die Nationalsozialisten erklären Deutschland für "judenrein".
1948
Gründung des Staates Israel
1961
Der katholische Theologe Karl Rahner sieht in den "verfassten Religionen" dieser Erde legitime Religionen, die trotz aller Unvollkommenheiten Momente der Gnade, die in ihrer ganzen Fülle freilich nur in Christus greifbar sind, enthalten.
1962
Der evangelische Theologe Paul Tillich fordert eine "Begegnung der Weltreligionen".
1962-1965
Zweites Vatikanisches Konzil: Erklärungen zum Verhältnis mit Juden, Muslimen und Nichtglaubenden, das von Respekt gegenüber der Überzeugung des Anderen geprägt ist.
1969
Erste Islamische Gipfelkonferenz in Rabat/Marokko.
1985
Der amerikanische Theologe Paul F. Knitter nimmt Abschied vom Absolutheitsanspruch in jeder Form: Keine Religion, keine Offenbarung, kein Erlöser kann das Geheimnis Gottes voll repräsentieren ("pluralistische Religionstheologie")
1990
Der katholische Theologe Hans Küng stellt das Projekt "Weltethos" vor: Alle Religionen sind aufgefordert, eine gemeinsame Grundlage für die Bewältigung der Zukunftsprobleme zu finden..
1993
Der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington sagt einen unausweichlichen "Zusammenprall der Kulturen" voraus, auf den sich die westliche Welt vorbereiten müsse, besonders auf die Auseinandersetzung mit der islamischen Kultur. Kulturen sind feste historische Größen, die besonders durch die Religion geprägt sind.
1993
Das "Weltparlament der Religionen" in Chicago nimmt mit großer Mehrheit die "Erklärung zum Weltethos" an.
1994
Der Vatikan und Israel nehmen diplomatische Beziehungen auf.
1995
Die Unesco erklärt 1995 zum "Jahr der Toleranz"
2001
Die Unesco erklärt 2001 zum "Jahr des Dialoges" und Papst Johannes Paul II. betritt als erster Papst der Geschichte bei einem Besuch in Syrien eine Moschee,
während der Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September für viele Menschen in der westlichen Welt zum Beweis dafür wird, dass der Islam eine gewalttägige und dem Westen feindliche Religion sei.
2002
Friedensgebet der Religionen in Assissi.