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Islam und ChristentumVerständigungsschwierigkeiten |
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Unterschiedliches Offenbarungsverständnis
Gemeinsames Gottesbild
Dogmatische Gegensätze
Kritik am Islam
Kritik am Christentum
Verkürzte Sichten: eine Gegenüberstellung
Eine Einschätzung des Verhältnisses von Judentum, Christentum und Islam sollte zuerst das unterschiedliche Offenbarungsverständnis berücksichtigen.
Der Islam sieht sich mit Judentum und Christentum durch eine gemeinsame Geschichte der Offenbarung verbunden. Christen haben keine Schwierigkeiten, eine Verbindung nach vorne in die Geschichte zum Alten Israel hin zu finden. – Aber ein Offenbarungsgeschehen nach Jesus Christus ?
Der Koran wird von Muslimen als Gottes letztgültige Offenbarung verstanden, in Zweifelsfällen gilt die Aussage des Koran als bindend. Christen empfinden das oft als Herabsetzung des Evangeliums als eine minderwertigere Offenbarung. – Aber ist die Behandlung des sogenannten "Alten Testamentes" nicht auch oft eine Herabsetzung der jüdischen Offenbarungstradition gewesen?
Der Koran gilt als direkte – nicht als inspirierte – Offenbarung. Das Christentum hat gerade erst Aufklärung und Textkritik verdaut und sieht sich dann hier einer - so erscheint es vielen -
ahistorischen und fast evangelikalen Fixierung auf den Text gegenübergestellt, die als gerade überwunden galt.
Gemeinsames Gottesbild
Gemeinsam ist Juden, Christen und Muslimen ein bestimmtes Gottesbild:
Gott ist der Schöpfer, Erhalter und Richter der Welt. Der Mensch als sein Geschöpf soll seiner eigenen Bedingtheit eingedenk und Gottes Gerechtigkeit verpflichtet sein. "Der Erbarmer hat den Koran gelehrt. Er hat den Menschen erschaffen. Er hat ihn deutliche Rede gelehrt. Die Sonne und der Mond laufen nach Berechnung. Der Stern und die Bäume werden sich nieder. Den Himmel hat er emporgehoben und die Waage aufgestellt. Ihr sollt beim Wägen nicht das Maß überschreiten, das Gewicht nach Gerechtigkeit messen und beim Wägen nicht weniger geben." (Sure 55 - Al-Rahman, 1-9)
Gott ist ein barmherziger Gott. Alle Suren des Koran, mit einer Ausnahme, beginnen mit dem Vers "Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Erbarmers". "Gott sagt: Wenn der Diener mir eine Handlänge entgegenkommt, gehe ich ihm eine Armlänge entgegen. Und wenn er mir eine Armlänge entgegenkommt, gehe ich ihm eine ganze Elle entgegen. Und wenn er mir in einfachem Gang entgegenkommt, komme ich ihm entgegen im Laufschritt." (Hadith nach Buhari)
Gott offenbart seinen Willen in seinem Wort an die Menschen. "Wir haben die Thora hinabgesandt, in der Rechtleitung und Licht enthalten sind, damit die Propheten, die gottergeben waren, für die, die Juden sind, danach urteilen, und so auch die Rabbinen und Gelehrten, aufgrund dessen, was ihnen vom Buche Gottes anvertraut wurde und worüber sie Zeugen waren. ... Und wir ließen nach ihnen Jesus, den Sohn Marias, folgen, damit er bestätige, was von der Thora vor ihm vorhanden war. Und wir ließen ihm das Evangelium zukommen, das Rechtleitung und Licht enthält und das bestätigt, was von der Thora vor ihm vorhanden war, und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. ... Und wir haben zu dir [Muhammad] das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, damit es bestätige, was vom Buch vor ihm vorhanden war, und alles, was darin steht, fest in der Hand habe." (Sure 5 - Al-Maida, 44- 48)
Der Mensch ist vor Gott für sein Tun verantwortlich. "Und jedem Menschen haben wir sein Omen an seinem Hals befestigt. Und am Tag der
Auferstehung holen Wir ihm ein Buch heraus, das er aufgeschlagen vorfindet: Lies dein Buch. Du selbst genügst heute, um mit dir selbst abzurechnen. Wer der
Rechtleitung folgt, folgt ihr zu seinem eigenen Vorteil. Und wer irregeht, der geht irre zu seinem eigenen Schaden. Und keine lasttragende Seele trägt die
Last einer anderen." ( Sure 17 - Al-Isra, 13ff)
Dogmatische Gegensätze
Unterschiede und Gegensätze gibt es in folgenden zentralen Fragen:
Der Koran lehnt die Rede vom dreieinigen Gott ab und betont die Einheit und Transzendenz Gottes. Die Trinitätslehre wird in islamischer Sicht auf einen Tritheismus (Drei-Gott-Lehre) reduziert, als "Schirk" (Beigesellung) schroff abgewiesen, und im günstigsten Fall als unangemessenes Konzept abgelehnt. – Aber überfordern die Differenzierungen des Trinitätsdogmas nicht den normalen Gläubigen und haben sie nicht in der Alten Kirche der Kirchenspaltung Vorschub geleistet.
Der Koran lehnt die Gottessohnschaft Christi scharf ab und leugnet eine Erlösung durch Kreuzestod sowie die Auferstehung Christi. Jesus, der Jude aus Nazaret, ist dem Muslim durch Koran und Tradition als ein Gesandter Gottes und ein Vorbild an Armut und Gottesliebe vertraut. Die Aussagen der Christologie lehnt der Islam ab, weil er zwischen Gott und Mensch keinen Mittler sieht. Vergebung der Sünden und Erlösung sind ein Prozess, der ständig stattfindet, in jedem Gebet und jeder gottesdienstlichen Handlung.
Die islamische Theologie verweigert sich allen Versuchen, von Gott in menschlichen Bildern zu sprechen - auch dem Bild des barmherzigen Vaters. Die islamische Tradition kennt neunundneunzig Eigenschaften und Beinamen Gottes. Der Beiname, der am häufigsten erwähnt wird, ist "Al-Rahman" (der Barmherzige). Der Islam weigert sich aber standhaft, die Transzendenz Gottes auf das Maß seiner Geschöpfe zu reduzieren.
Die Erbsünde wird geleugnet. Der Mensch gilt nicht als grundsätzlich verdorben oder erlösungsbedürftig.
Das Erkenntnisvermögen des Menschen ist von sich aus fähig, das Gute zu erkennen. Deshalb gilt auch Adem (Adam) als erster Prophet und erster Muslim. Der Mensch ist aber vergesslich und undankbar, deshalb sündigt er. Die Offenbarungen korrigieren und erinnern nun fehlgeleitete Erkenntnis und Willen, um einen Wandel zum Heil zu bewirken.
Kritik am Islam
Unverständnis, Kritik und Ablehnung gegenüber dem Islam beruht oft auf folgendem: Der Text des Koran - zumal in einer Übersetzung - erschließt sich Nichtmuslimen nur schwer oder gar nicht. Er erscheint unverständlich und zusammenhanglos. Die besondere Textgestalt des Koran ist Ergebnis seiner Entstehung – kurze Stücke in Reimprosa, in Bezug auf konkrete, dem westlichen Leser unbekannte Ereignisse, in ständigem, oft sprunghaften Wechsel der Themenbereiche und der Adressaten, erst in Nachhinein zusammengestellt – und nicht in immer in zeitlicher oder sofort einsichtiger logischer Anordnung.
Die abweichende Darstellung biblischer Begebenheiten erweckt Misstrauen gegenüber der islamischen Überlieferung. Viele dieser Darstellungen haben Parallelen in den apokryphen Evangelien und der jüdischen Tradition.
Das Gottesbild stelle einen strafenden Gott und einen unmündigen Menschen gegenüber. Eine ähnliche Argumentation findet man auch manchmal gegenüber dem Judentum. Die Kennzeichnung ist aber beim Rückgang auf die Gesamtheit der koranischen Botschaft in dieser Absolutheit nicht haltbar. Während protestantische evangelikale Kreise im Islam ein "Zerrbild" Gottes, einen "Götzen" entdecken und bestreiten, dass Christen und Muslime zu demselben Gott beten, haben Muslime immer schon gewusst, dass hier derselbe Gott angesprochen wurde und wird. "Und sagt [zu den Leuten des Buches]: Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt und zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist einer. Und wir sind im ergeben" (Sure 29 Al-Ankabut, 47)
Die Darstellung von Paradiesesfreuden und Höllenstrafen, die Einbindung des Propheten in oft blutige Auseinandersetzungen lassen den Islam als weltliche Religion ohne höhere Werte erscheinen. Die Botschaft an den Propheten Muhammad (sas) nimmt Stellung inmitten von Kampf und Auseinandersetzung, Familien-, Alltags- und Wirtschaftsleben. Sie ist keine Botschaft, die sich von der Welt fernhalten will, sondern in das Geschehen regelnd eingreift.
Die Glaubenspraxis der Muslime wird als gesetzesstarr, rückständig oder bestenfalls als befremdend empfunden. Außenstehenden und oft auch dem normalen Gläubigen fällt es schwer, zu unterscheiden, ob ein bestimmtes Verhalten den Forderungen einer Religion entspricht oder nur Ausdruck einer kulturellen oder regionalen Eigenart ist. Arabische Christen zeigen in ihrem Verhalten oft Übereinstimmung mit sogenannten "muslimischen" Eigenarten.
Das Verhalten bestimmter Gruppen von Muslimen im Nahen Osten (Hamas, Hizbullah, Muslimbrüder, Taliban ) wird mit dem Islam als Ganzem gleichgesetzt. Bei dem Vergleich zwischen einem Ideal und der oft beschämenden Realität der muslimischen Welt im 20. Jahrhundert kann das Urteil nur hart ausfallen. – Aber welches Urteil wollte man über das Christentum fällen, wenn man z. B. nur das Lateinamerika der Kolonialzeit im Blickwinkel hätte ?
Die Legitimation der Anwendung von Gewalt als Mittel zum Zweck öffne dem Missbrauch bis hin zum Terror der frommen Fundamentalisten Tür und Tor. Ein totales Friedensgebot ist für den Islam Utopie. Er legitimiert Gewalt - aber nur als Antwort auf Gewalt.
Die Stellung und rechtliche Behandlung der Frau benachteilige, bevormunde und diskriminiere sie. Der Koran betont die Gleichwertigkeit der Geschlechter, stellt aber heraus, dass Frauen und Männer nicht gleichartig sind und entwickelt daraus für beide unterschiedlich gewichtete Pflichten und Verantwortungen. In der damaligen arabischen Umwelt wurde durch den Islam sicherlich die Stellung und Würde der Frau vorangetrieben und gefestigt. – Aber muss man/frau dabei stehenbleiben?
Die Gesetzlichkeit des Islam sei Werkgerechtigkeit und Verhaftung in einem archaischen und überholten Gesellschaftssystem. Der Muslim sieht in der Prägung seines Alltagslebens durch religiöse Forderungen und Vorbilder eher einen Vorteil als einen Nachteil. - Indem der Koran die positive Veränderung der arabischen Stammesgesellschaft durch den Islam beschreibt, - will er das einmal Erreichte für immer festschreiben, oder will er damit aussagen, dass man in dieser Richtung weiterzugehen habe ?
Die Weigerung, moderne Interpretationsmethoden an die eigene Offenbarung anzulegen, lasse die islamische Theologie im Mittelalter
verharren. Schon in seiner Frühzeit hatte der Islam eine eigene Text- und Überlieferungskritik des Hadith entwickelt und den historischen Kontext der Offenbarung reflektiert: im
"Asbab al-Nuzul" (Wissenschaft von den historischen Anlässen für die Offenbarungen). Aber diese Werkzeuge wurden im Laufe der Zeit beiseitegelegt, weil man meinte, alles ausgeschöpft zu haben. Als die säkulare europäische Orientalistik mit ihrer Textkritik sich des Korans anzunehmen begann, empfand man das als Sakrileg, konnte dem aber nichts eigenes mehr entgegensetzen.
Kritik am Christentum
Unverständnis gegenüber dem Christentum beruht oft auf falscher Information, bzw. einer unglücklichen Selbstdarstellung auch von christlicher Seite. Ablehnung entzündet sich aber oft auch an den Punkten, die wirkliche Scheidepunkte sind.
Kritik am Christentum ist aber nicht immer nur Kritik an der Religion, sondern oft auch Kritik an der Praxis der säkularen Gesellschaft des Westens. Beides wird oft nicht sauber getrennt, sondern in eine Beziehung gesetzt. Denn auch die säkulare, westliche Gesellschaft gilt für viele Muslime als Frucht des Christentums und einer christlichen Gesellschaft. Interessanterweise begehen aber auch christliche "Abendländer" den gleichen Fehler, wenn sie einen Vorgang der arabischen Welt, im Iran oder Afghanistan als symptomatisch für das Verhalten "des Islam" ansehen.
Befremdlich für Muslime ist die Rigorosität, mit der dogmatische Fragen behandelt werden. Wenn sich dann auch noch Lehrämter oder Kirchenleitungen beteiligen, wird es für sie völlig unverständlich. Denn für Muslime gibt es keine Hierarchie in der Auslegung der Offenbarung und keinen Zwang und keine Ausschließlichkeit in der dogmatischen Diskussion. Solange die Autorität des Korans - der Offenbarung selbst - nicht hinterfragt wird, ist jeder Muslim frei, sich in der Fülle der Meinungen der Rechtsschulen, Gelehrten und Kommentatoren zu bewegen. Nicht gesehen wird dabei aber, dass in vielen muslimischen Ländern "Dissidenten" des Islams (so z. B. Nasr Hamid Abu Zaid) diese Toleranz nicht entgegengebracht wird. Mit der Begründung, dass die Verbreitung bestimmter Ansichten die Umma destabilisieren oder entzweien könne, wird hier "dogmatisch" entschieden. Wer so - und zum Teil mit staatlich unterstützter Repression - gegen die Meinung bestimmter Mitglieder der Umma vorgeht, darf dem Christentum nicht mehr vorwerfen, dass es seine Ketzer verbrannt habe.
Exkurs: » Nasr Hamid Abu Zaid: Kritik des religiösen Diskurses
Für Muslime ist das Dreifaltigkeitsdogma nicht nur unverständlich, sondern schlicht Leugnung der Einheit Gottes durch "Schirk" (Beigesellung). Die orthodoxe und katholische Marien- und Heiligenverehrung ist dann nur eine Fortführung dieser Tendenz zur "Übertreibung". Während der Muslim sich auf die Einheit Gottes konzentriert und sich in sie versenken will, sieht er christliche Spiritualität als eine durch menschliche Gestalten, anthropomorphe Bilder und Symbole gefangengenommene.
Während das Bild Muhammads (sas) durch Koran und Hadith scharf und in allen Einzelheiten gezeichnet ist, bis in die Details des Alltags hinein, ist das Jesus-Bild der Evangelien für Muslime blass und farblos. Der Koran kann sich auf eine Aufzeichnung und Zusammenstellung noch zu Lebzeiten des Propheten berufen. Eine Offenbarung, die den Urtext im Moment seiner Entstehung bewahrt hat, steht gegen eine Offenbarung, die sich in vier verschiedenen Versionen niedergeschlagen hat, erst eine Generation nach dem Tod des Religionsstifters zum erstenmal niedergelegt. Für Muslime können so die Evangelien nicht authentisch überliefertes "Gotteswort" sein, ihr Wert wäre höchstens mit dem einer Hadith-Sammlung zu vergleichen. Das Christentum ist für Muslime nicht mehr die Botschaft Jesu, sondern hellenistisch eingefärbtes Konstrukt der Nachgeborenen. Versuche, die Kenntnis der Botschaft des Mannes aus Nazareth mit Hilfe der apokryphen Evangelien zu erweitern, finden großes Interesse bei den Muslimen, besonders dann, wenn sich dort Züge finden, die Parallelen im Jesus-Bild des Korans finden. Ein arabisches Pseudo-Evangelium ("Barnabas-Evangelien") aus dem Mittelalter, das einen "koranischen" Jesus zeigt, aber als authentisches Zeugnis der Antike auszugeben, wie dies immer wieder vom muslimischen Publizisten versucht wird, entspricht aber unkritischem Wunschdenken.
Exkurs: » Barnabas Evangelium
Dem Islam als "Religion der Mitte" erscheint christliche Glaubenspraxis einerseits rigoristisch andererseits zu liberal. Während Mönchtum und Zölibat in den orthodoxen und katholischen Kirchen als ungesunde Abkehr von der Welt bewertet wird, ist eine Glaubenspraxis, die sich im sonntäglichen Kirchenbesuch zu erschöpfen scheint und dem Individuum im Alltag keine Leitung zu geben scheint, für Muslime schlicht unglaubwürdig. Für Muslime sind Gebote und Richtlinien - auch und gerade im Alltag - notwendig und hilfreich, besonders dann, wenn sie pragmatisch und situationsabhängig und nicht starr gehandhabt werden können. Für das, was Christen als "Freiheit" vom Joch des Gesetz sehen, haben Muslime so überhaupt kein Verständnis.
Dem Christentum wird in der Vergangenheit und in der Gegenwart eine agressive Missionstätigkeit vorgeworfen, die dem Islam völlig fremd ist. Dabei habe heute der Säkularismus und Globalismus das Christentum abgelöst. So sei dann auch die Diskussion um die Menschenrechte nur ein Versuch, sich über alle kulturellen, religiösen und regionalen Besonderheiten hinwegzusetzen und in der Dritten Welt und besonders in den muslimischen Ländern eine westlich orientierte Hegemonie der Werte einzuführen. In dieser Argumentation fügen sich so Kreuzzüge, Kolonialismus, Materialismus und Globalisierung aneinander als Versuche, sich die Welt der Muslime untertan zu machen. Demgegenüber wäre die islamische Gesellschaft der Vergangenheit schon immer eine multikulturelle und "durchlässige" Gesellschaft gewesen, in der jede Gruppe ihre kulturelle und religiöse Eigenart bewahren konnte.
Der westlichen Welt wird hemmungsloser Materialismus, Vergötzung des Konsums und Verfall aller moralischen Werte und des Familienlebens vorgeworfen.
Auslöser für diese Entwicklung sei ein Christentum gewesen, das sich der Verantwortung für die Welt in die Innerlichkeit entzogen hätte.
Demgegenüber habe der Islam nie seine Aufgabe geleugnet, sich regelnd in das soziale Leben einzumischen und hier Verantwortung zu übernehmen.
Dass die postmoderne, offene und säkulare Gesellschaft aber auch Chancen und Optionen birgt, die es wahrzunehmen gilt, oder dass bestimmte Erscheinungen auch von christlicher Seite kritisch aufgegriffen werden, wird oft nicht gesehen.
Verkürzte Sichten: eine Gegenüberstellung
Christentum und Islam
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Christentum ... |
Islam ... |
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verständliche Bibel |
unbekannter Koran |
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Gott: liebender Vater |
Gott: strafender Richter |
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Mensch: Kind Gottes |
Mensch: Sklave Gottes |
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"Reich Gottes" |
"sinnliche" Paradiesesfreuden und Furcht vor Höllenstrafen |
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Freiheit vom Gesetz |
Werkgerechtigkeit |
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gesellschaftlich neutral |
gesellschaftlich überholt |
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Religion des Friedens |
Religion der Gewalt |
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Gleichberechtigung aller Menschen |
Unterdrückung von Frauen, Sklaven und "Ungläubigen" |
Islam und Christentum
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Islam ... |
Christentum ... |
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verläßlicher Koran |
"verfälschte" Bibel |
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Offenbarung: Gotteswort |
Offenbarung: Menschenwort |
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Einheit Gottes |
Aufweichung: Gottessohnschaft, Dreieinigkeit und Heiligenverehrung |
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Religion der Mitte |
Religion der Übertreibung |
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gesellschaftlich verantwortlich |
gesellschaftlich freizügig |
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Religion der Toleranz |
Religion der Mission |
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Gleichberechtigung aller Gläubigen |
Unterdrückung durch Kirchenhierachie |