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Fastenim Monat Ramadan |
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Fastenmonat
Mondkalender
Bestimmungen
Offenbarung des Koran
Triebkontrolle
soziales Leben
Der islamische Fastenmonat Ramadan, der 2004 in Europa und Nordafrika am Abend des 14. Oktober unter der Vorraussetzung beginnen wird, dass eine gut sichtbare zunehmende Mondsichel sichtbar sein wird, ist der neunte Monat des islamischen Mondjahres, in dem von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Fasten vorgeschrieben ist.
In Ländern Asiens, wo die Sichel oft schon einen Tag vorher gesichtet werden kann, beginnt das Fasten dann entsprechend früher.
Den Abschluss des Ramadans bildet ein Fest des Fastenbrechens, in der Türkei "Scheker Bayram"
(Zuckerfest), bei den Arabern "Id el fitr" genannt. An diesem Tag beschenken sich Freunde und Verwandte mit Süßigkeiten. Dieses Fest wird 2004 auf Sonntag, den 14. November 2004 fallen.
Mondkalender
Anders als der gregorianische Kalender des westlichen Abendlandes, der sich am Sonnenlauf orientiert, folgt der islamische Kalender - wie die Kalender fast aller semitischen Völker des alten Orients - dem Lauf des Mondes. Sein Jahr besteht aus zwölf Monaten zu abwechselnd 29 oder 30 Tagen, von Neumond zu Neumond. Es umfasst somit also nur 354 Tage, denen jedoch wegen gewisser Abweichungen alle zwei Jahre am Ende des letzten Monats ein Schalttag hinzugefügt werden muss. Dementsprechend verschiebt sich das Jahr gegenüber dem gregorianischen Kalender jährlich um elf Tage. Auch die Feiertage und der Beginn des Ramadans verschieben sich und durchlaufen so in 33 Jahren sämtliche Jahreszeiten.
Zur Zeit Jahr fällt der Ramadan für die Muslime der nördlichen Welthalbkugel in eine Jahreszeit mit kurzen Tagen. Das erleichtert das Fasten, denn es ist wesentlich einfacher, von ca. 5.30 Uhr morgens bis abends um
17.00, also knapp 12 Stunden zu fasten, als im Sommer, wo sich diese Zeit auf bis zu 20 Stunden ausdehnen kann. In dieser Situation befinden sich zur Zeit z. B. die Muslime Südafrikas. Nur gut, dass sich das in 15 Jahren mit dem Vorrücken des Fastenmonats in die Sommerzeit zwischen Nord und Süd wieder ausgleichen wird.
Bestimmungen
Das Fasten gehört zu den fünf heiligen Pflichten der Muslime - wie das Glaubensbekenntnis an den einen Gott, die fünf täglichen Gebete, Hilfe für die Armen und die Pilgerfahrt nach Mekka.
Während der Dauer des Ramadans ist der gläubige Moslem zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu strikter Abstinenz angehalten. Nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Rauchen und Geschlechtsverkehr sind den Gläubigen in dieser Zeit untersagt. Die Einhaltung des Gebotes wird von allen gesunden, erwachsenen Gläubigen erwartet. Befreit vom Fasten sind Kinder, alte und kranke Menschen, schwangere oder stillende Frauen sowie Reisende und Soldaten im Einsatz.
In manchen islamischen Ländern ist das wirtschaftliche Leben in dieser Zeit stark eingeschränkt. Die sozialen Kontakte werden aber intensiver. Morgens, noch vor Beginn der Morgendämmerung werden die Bewohner eines Viertels mit einer Trommel zum Frühmahl ("Sahur") geweckt. Man nimmt ein Frühstück ein, das reichlich Kalorien und Flüssigkeit enthält, um den Tag überstehen zu können. Tagsüber lässt die Anstrengung des Fastens die Menschen oft angespannt, manchmal sogar gereizt erscheinen. Aber mit dem Sonnenuntergang und einem Kanonenschuss
oder einer Sirene, der das Aussetzen des Fastens signalisiert, tritt eine gelöste Stimmung ein. Der "Iftar", die Mahlzeit des Fastenbrechens, wird im Kreise der Familie, Nachbarn und Freunde begangen. Die Menschen gehen aufeinander zu und besuchen sich gegenseitig. Jeder hat für jeden Zeit, alte Feindschaften werden begraben und alte Freundschaften gefestigt.
Offenbarung des Koran
Das Fasten in diesem Monat hat drei Dimensionen: Zunächst einmal Dank und Anerkennung für die Gaben Gottes, im besonderen der Offenbarung des Koran, dessen Überbringung durch den Engel Gabriel an den Propheten Mohammad (sas) der Überlieferung zufolge in der Nacht vom 26. zum 27. Ramadan begann. Diese Nacht wird als Laila al Kadr, türkisch Kadir Gecesi (Nacht des Schicksals) mit Nachtwachen im Gebet begangen. - Sie fällt 2004 auf die Nacht vom 9. zum 10. November.
"O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch zu fasten, so wie es denen vorgeschrieben worden ist, die vor euch lebten, auf das ihr gottesfürchtig werdet, und dies für eine Anzahl von Tagen. ... Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran herabgesandt wurde als Rechtleitung für die Menschen und als deutliche Zeichen der Rechtleitung und der Unterscheidungsnorm. Wer nun von euch in dem Monat anwesend ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, für den gilt eine Anzahl anderer Tage. Gott will für euch Erleichterung. Er will für euch nicht Erschwernis, und dass ihr die Zahl der Tage vollendet und Gott dafür hochpreiset, dass Er euch rechtgeleitet hat, und dass ihr dankbar werdet. Wenn dich meine Diener nach Mir fragen, so bin ich nahe, und Ich erhöre den Ruf des Rufenden, wenn er mich anruft. Sie sollen nun auf Mich hören, und sie sollen an Mich glauben, auf dass sie einen rechten Wandel zeigen." (Sure 2 Al-Bakara, 183-186)
Einer Überlieferung des Propheten zufolge sind während des Ramadans die Tore des Himmels geöffnet und die Pforten der Hölle geschlossen.
Dieser Monat ist heilbringender als alle anderen Monate.
Aber die Laila al Kadr ist heilbringender als tausend Monate.
Wer sie in Andacht und Koranrezitation durchwacht, darf auf die Vergebung seiner Sünden hoffen.
Triebkontrolle
Weiterhin dient der Ramadan der Triebkontrolle.
Die Gläubigen sollen lernen, sich im Zaum zu halten, und sich auf ihre religiöse Pflichten zu besinnen.
Selbst weltlich orientierte Muslime, die der Religionsausübung der Islams ablehnend gegenüberstehen und sich zum Beispiel nicht an das Alkoholverbot ihres Glaubens halten, trinken in diesem Monat keinen Alkohol.
Die wahren Gläubigen versuchen über das körperliche Fasten hinaus sich auch der Lüge und der üblen Nachrede zu enthalten.
Es gilt als erstrebenswert, sich als besonders duldsam und tolerant dem Mitmenschen gegenüber zu erweisen.
"Das Fasten ist ein Schutz. Wer fastet, soll keine ungehörigen Reden halten und keine Torheit begehen. Und, wenn jemand ihn bekämpft oder beschimpft, soll er zweimal sagen: Ich faste." (Hadith des Propheten Muhammad (sas), überliefert von Buhari), Hadith No. 1894.
soziales Leben
So wirkt der individuelle Entschluss zum Fasten auch in das soziale Leben hinein. Ramadan ist der Monat der Nächstenliebe und der guten Tat. Verstärkt wird der Appell an die Solidarität der Muslime untereinander. - Bezeichnenderweise werden Strafaktionen gegen den Irak von Seiten der USA immer kurz vor dem Ramadan ausgesetzt. Im Ramadan werden Arme und Bedürftige gemeinsam beköstigt. Am Ende des Fastenmonats wird für mittellose Familien ein besonderes Almosen gesammelt, damit auch sie den Abschluss der Fastenzeit gebührend feiern können. Die Pflichtabgabe Zakat wird bevorzugt in diesem Monat entrichtet.
Im Ramadan werden auch verstärkt die Moscheen aufgesucht. Während man die fünf vorgeschriebenen Gebete zuhause verrichten kann, kommen die Menschen regelmäßig nach dem Abendessen zum Nachtgebet in die Moscheen. Neben das Nachtgebet (mit 13 Rekat) wird dann ein besonders Gebet, das Teravih (mit 20 zusätzlichen Rekat), gestellt.
» Blessed Months, Days and Nights of the Islamic Year - Lecture at the Ammerdown Centre GB 2008 (PDF)