zur Person    eMail
Home
eine persönliche Sammlung:    Islam in Stichworten    ... in Deutschland    ... im Dialog    ... in Rheine
Sultan Ahmed Moschee, Istanbul » Islam in Stichworten    » Home

Moschee

Ort des Gebetes und der Begegnung

Vorwort    Glossar    Exkurs    lesenswert ...    Literatur    Links

Funktion
Vorbild: Moschee von Medina
regionale Stile
Inventar: Elemente einer Moschee
Etikette: Verhalten in einer Moschee

Moschee im Jemen

Funktion

Das deutsche Wort Moschee ist abgeleitet von dem arabischen Mesdschid, es bezeichnet einen "Ort, wo man sich niederwirft" - für das Gebet.

In dieser einfachen jemenitischen Moschee wird gebetet, Kinder spielen oder werden unterrichtet, Erwachsene treffen sich zu Geschäften oder zu einem Gespräch.

Denn eine Moschee ist zwar Ort des Gebetes, sie kann aber auch als Unterrichtsraum und Versammlungsraum benutzt werden. In früheren Zeiten diente sie sogar als Herberge. In den islamischen Städten waren Moscheen der Mittelpunkt des Stadtviertels. Neben einer großen Moschee wurden oft Medressen, Armenküchen und Hospitäler errichtet.




erste Moschee in Medina

Vorbild: Moschee von Medina

Vorbild aller Moscheen dieser Welt ist die Moschee, die der Prophet Muhammad (sas) in Medina errichten ließ. Es war ein einfacher offener Platz, der von einer Mauer umgeben war. An einer Seite befanden sich die Wohnungen des Propheten und seiner Frauen. In diesem Innenhof wurde gebetet und Versammlungen abgehalten. Gegen den Stamm einer Dattelpalme gelehnt hielt hier der Prophet vor der versammelten Gemeinde die Freitagspredigt. Es wurden aber auch Gäste empfangen. Bei einem Besuch einer diplomatischen Delegation eines christlichen Stammes aus Najrân wurde ihnen gestattet, hier auch ihre Gebete zu halten.

In dieser ersten Moschee in Medina findet sich schon das Grundmuster einer Moschee: ein Platz zum Beten, der nach der Kaaba in Mekka ausgerichtet ist. Keine Symbole, keine architektonischen Barrieren, kein zentrales Element lenkt die Konzentration des Beters ab.




regionale Stile

Nach syrischen Vorbildern entsteht dann der Typ der arabischen Hallenmoschee. Der Gebetsraum wird mit einer Halle überdacht. In einem Innenhof steht ein Brunnen für die Reinigung. Bogengänge bieten Schutz vor Sonne und Regen. Ein Turm dient dem Gebetsruf.

Im Laufe der Jahrhunderte und der Ausdehnung des Islams in Afrika und Asien entstehen regionale Stile mit einer typischen Architektur:

Selimiye-Moschee, Edirne

  • arabische Länder: Gebetsraum in einer Säulenhalle und offener Innenhof
  • Westafrika: Säulenhalle aus Lehmziegeln
  • Iran und Zentralasien: Gebetsraum hinter einem Innenhof mit großen Torbauten
  • Indien: Gebetsraum unter einer Dreierkuppel und breiter Innenhof
  • Anatolien und Balkan: Gebetsraum unter einer großen Zentralkuppel
  • China: freistehenden Pavillons in einem umfriedeten Garten
  • Malaysia und Indonesien: zentraler Gebetsraum unter einem Stufendach

Auch moderne Moscheenbauten finden sich immer noch diesen regionalen Stilen verbunden.

Auch bei einem der späten Höhepunkte der Moscheebaukunst, dem osmanischen Zentralkuppelbau, erkennt man die architektonischen Grundgesetze und die spirituellen Grundlagen des Moscheebaus.

Ein weiter Raum, offen für das Licht des Himmels, kein zentrales Element oder eine zentrale Achse. Der Beter findet sich allein Gott gegenüber, kein Symbol oder Vermittler tritt dazwischen.

Die Konzentration wendet sich sowohl nach innen als auch nach außen und oben. Aber nichts hemmt sie oder nimmt sie gefangen. Alle Ornamente, aller Dekor, alle Kalligraphien leiten sie in endlosen Verästelungen und Wiederholungen weiter oder werfen sie auf den Beter zurück.




Inventar: Elemente einer Moschee

In nahezu allen Moscheen der Welt gibt es trotz unterschiedlicher Architekturstile und lokaler Traditionen eine Reihe von festen Elementen:

  • (1) Mihrab Gebetsnische
  • (2) Mimbar Kanzel
  • (3) Kursi Vorlesepult
  • (4) Dikka Estrade
  • (5) Innenhof mit Reinigungsbrunnen
  • (6) Minarett

Der Mihrab ist eine vertiefte Nische an der Stirnseite der Moschee, die in Richtung Mekka, auf das zentrale Heiligtum der Kaaba hinweist. Alle Betenden haben sich nach ihr auszurichten. Vor dem Mihrab ist zuweilen ein leicht erhöhter Platz für das Gebet des Imam zu finden.

Der Mimbar ist eine Kanzel mit mehreren Stufen, die beim Freitagsgebet vom Gemeindeleiter oder einem Beauftragten für eine Predigt bestiegen wird.

Der Kursi ist in seiner einfachsten Form ein Vorlesepult zur Ablage eines Koranexemplars. Oft aber auch eine Kombination aus Stuhl und Pult, das vor dem Gemeinschaftsgebet von einem Exegeten für eine Auslegung des Korans benutzt wird.

Die Dikka ist eine Estrade, auf der in größeren Moscheen, in der der Imam in der Menge der Beter nicht gut sichtbar und hörbar war, ein "Übermittler", der von seinem erhöhten Platz aus auch für die hintersten Beter gut sichtbar war, die Bewegungen synchronisierte und den Gebetstext laut wiederholte.

Der Vorhof einer Moschee dient beim Freitagsgebet auch zur Aufnahme überzähliger Beter, die sonst nicht alle in der Moschee Platz fänden. Hier findet sich auch oft ein Brunnen mit fließendem Wasser zur Waschung vor dem Gebet.

Das Minarett dient ausschließlich dem Muezzin für den Gebetsruf, der vor Erfindung des Lautsprechers im ganzen Stadtviertel gut hörbar sein mußte.

Kalligraphien sind Schreibkunstwerke mit arabischen Buchstaben, die die Namen Allah, Muhammad, die Namen der ersten Kalifen oder Verse aus dem Koran zeigen. Abbildungen von Menschen oder anderen Lebewesen gelten als verpönt.

Da der Ort für das Gebet sauber sein muss und ohne Schuhe betreten wird, bedecken oft Teppiche dem Boden.

Abteilungen für Frauen sollen von den Männern nicht eingesehen werden und befinden sich zumeist im hinteren Teil des Raumes oder auf einer Empore.


Etikette: Verhalten in einer Moschee

Eine Moschee hat keinerlei sakralen Charakter, sie ist ein Ort, der aus Gründen der Reinlichkeit sauber gehalten wird.

Sakralen Charakter hat allein das Wort Gottes, soweit es in Exemplaren des Koran und Kalligraphien seiner Verse festgehalten ist. Sie werden mit Andacht und Respekt behandelt, nicht mit Füßen betreten, auf den Boden gelegt oder ohne vorherige Reinigung des Körpers berührt.

Als Gast in einer Moschee sollte man folgendes beachten:

 

Seitenanfang    » Home
wilhelm sabri hoffmann - rheine - 2004