|
zur Person
eMail
|
|
|
| eine persönliche Sammlung: Islam in Stichworten ... in Deutschland ... im Dialog ... in Rheine | ||
|
» Pressespiegel Rheine
» Islam in Rheine
» Home
Pressespiegel 1999christlich-muslimischer Dialog in Rheine |
| Vorwort Glossar Exkurs lesenswert ... Literatur Links | |
27.02.1999: Wissen beseitigt Mißverständnisse und Vorurteile
Moslemische Freunde in St. Dionysius
03.10.1999: Tag der offenen Moschee
Einladung des Islamischen Kulturentrums zum Tag der offenen Moschee am 03. Oktober 1999
22.12.1999: Tagsüber rühren die Moslems keinen Bissen an
Seit dem 8. Dezember läuft der Ramadan / Islamische Gemeinde lud zum Fastenbrechen ein
Moslemische Freunde in St. Dionysius
Schon im Oktober des Jahres 1998 hatten die Senioren der Katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius mit der moslemischen Gemeinde in der Münsterstraße Kontakt aufgenommen.
Über den Besuch der Senioren in der türkischen Moschee ist damals berichtet worden.
Im Februar dieses Jahres kam es nun zum Gegenbesuch der islamischen Gemeinde in St. Dionysius, zu dem die Senioren der Gemeinde eingeladen hatten.
Eine erfreulich große Zahl aus der moslemischen Gemeinde, Männer und Frauen, waren der Einladung gefolgt.
Auch der aus der Türkei entsandte Imam war mitgekommen.
Zunächst wurde den islamischen Gästen die Dionysiuskirche gezeigt und insbesondere die Funktion der einzelnen Einrichtungen erklärt: Taufbrunnen, Altar, Vortragspult für Schriftlesungen u. a.
Im Anschluß an diese Führung hatte Pfarrer Meiners eine Vielzahl von Fragen zu beantworten. Die Mitglieder der St. Dionysius-Gemeinde staunten, wieviel die islamischen Gäste über den christlichen Glauben schon gehört hatten. Natürlich hatten sie bei vielen Einzelheiten Verständnisprobleme. So war z. B. die Praxis der Kindertaufe deshalb zunächst unverständlich, weil sie den Waschungsakt der Taufe nur als symbolische Sündenreinigung verstanden. Das aber, so meinten sie, solle doch bei neugeborenen Kindern nicht nötig sein. Sie ließen sich aber überzeugen, dass die Taufe aber eben auch ein Aufnahmeritual in die christliche Kirche ist, und deshalb genauso an den Anfang der Mitgliedschaft in der Kirche gehört, wie bei den Mohammedanern die Beschneidung. Die Erklärung des Altares als Zeichen für den Opfertod Jesu führte zu Rückfragen, die auch für die Gemeindemitglieder der Dionysius-Gemeinde erstaunlich waren. Sie erhielten die Information, dass nach dem Glauben der Mohammedaner, wie ihn der Koran regelt, Jesus gar nicht gestorben ist. Bekannt war schon, dass Jesus im Koran als großer Prophet geschildert wird. Aber der Koran schildert nur einige Szenen aus dem Leben Jesu ähnlich wie die Evangelien, beschließt diese Schilderung dann aber mit der Himmelfahrt Jesu. Von Tod und Auferstehung ist nicht die Rede.
So wurden manche unterschiedliche Glaubensinhalte ausgetauscht, miteinander verglichen und wechselseitig darüber informiert. Einmütigkeit bestand auf beiden Seiten, dass ein solches Wissen voneinander geeignet ist, Mißverständnisse und Vorurteile zu beseitgigen. Mehrfach wurde vom Imam wie auch von Pfarrer Meiners die Gemeinsamkeit zwischen Islam und Christentum herausgestellt, die darin besteht, dass beide an einen einzigen Gott glauben und dieser Gott sich um den Menschen kümmert, sich den Menschen zuwendet, sich ihnen offenbart. Das macht es für beide Religionen wichtig, diesen Gott zu verehren, anzubeten und zu bitten.
Nach diesem sehr ausführlichen Informationsaustausch, der noch in der Kirche stattfand, begaben sich dann alle in das Pfarrheim St. Dionysius zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken, bei dem auch noch viele persönliche Gespräche geführt wurden. Dabei ergab sich noch ein kleiner Unterschied: Die islamischen Freunde verstanden zunächst gar nicht, wozu die Gemeinde ein Pfarrheim brauche. Dass für Spass, Unterhaltung, Bildungsarbeit ein eigener Raum gebraucht wird, weil die Kirche als Gotteshaus dafür nicht zur Verfügung steht, war ihnen eine ungewohnte Sicht. Die Gemeinde revanchierte sich für das schöne Geschenk eines Koran, dass beim Besuch im Oktober 1998 gegeben worden war, indem sie der islamischen Gemeinde eine Bilderbibel schenkte.
Zuletzt wurde auch noch ein Anliegen der mohammedanischen Mitbürger in Rheine angeschnitten. Es gibt in Rheine nur kirchliche Friedhöfe. Es wäre dringend, dass auf einem dieser Friedhöfe eine Fläche zur Verfügung gestellt wird, wo Mosleme ihrem Glauben entsprechend bestattet werden können. Die vorhandene Anlage der Friedhöfe ermöglicht es nicht, dass ein Moslem in jedem Fall, wie es sein Glaube gebietet, mit dem Gesicht nach Mekka bestattet werden kann. Pfarrer Meiners konnte erwidern, dass dieses Anliegen bereits verhandelt wird, und dass in Kürze eine befriedigende Regelung zu erwarten sein wird. So endete auch dieses Zusammensein ganz und gar harmonisch.
Münsterländische Volkszeitung, 27.02.1999
Tag der offenen Moschee
Einladung des Islamischen Kulturentrums zum Tag der offenen Moschee am 03. Oktober 1999
Der "Tag der offenen Moschee" wird bundesweit auf Initiative des Zentralrates der Muslime in Deutschland jedes Jahr am 3. Oktober begangen und soll Gelegenheit zu gegenseitigen Kennenlernen und zum Dialog geben.
An diesem Tag wird man in Rheine Gelegenheit haben, den Moscheeraum zu besichtigen und islamisches Gebetsleben hautnah mitzuerleben. Es stehen Gemeindemitglieder bereit, die Fragen zum Islam, zum Gemeindeleben in Deutschland und zum Zusammenleben mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen beantworten können. Besonders würde man sich über den Besuch und das Gespräch mit christlichen Nachbargemeinden freuen. Der Dialog soll in gastfreundschaftlicher Atmosphäre verlaufen, deshalb wird man den Gästen auch eine Erfrischung anbieten können. Auch Broschüren und Bücher können eingesehen werden.
...
Die Gemeinde in Rheine hofft, dass sich aus dem zu erwartenden Besuch ein innigerer Kontakt und eine bessere Nachbarschaft ergibt. Sie will nicht missionieren, sondern über sich selbst informieren und helfen, gegenseitiges Misstrauen zu beseitigen.
Veröffentlicht in der Münsterländischen Volkszeitung und der Münsterschen Zeitung im September 1999
Tagsüber rühren die Moslems keinen Bissen an
Seit dem 8. Dezember läuft der Ramadan / Islamische Gemeinde lud zum Fastenbrechen ein
Seit dem 8. Dezember läuft für die Anhänger des Islam der Fastenmonat Ramadan.
Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang darf der gläubige Moslem weder essen noch trinken.
In diesem für Muslime heilbringenden Monat hat für die Gläubigen die Pflege von Freundschaft und Frieden einen ganz besonderen Stellenwert.
Aus diesem Grunde haben sich die rund 1500 Muslime, die in Rheine leben, vorgenommen, Interessierten einen Einblick in ihre Aktivitäten, ihre Kultur und ihren Glauben, zu dem sich weltweit etwa eine Milliarde Menschen bekennen, zu geben.
Erst nach Sonnenuntergang darf der Moslem wieder essen und trinken. Nach Sonnenuntergang wird die Mahlzeit des Fastenbrechens, türkisch Iftar, begangen. Zu diesem Ereignis hatte am Sonntag das Islamische Kulturzentrum eingeladen. Die Gemeinde ist neben der Türkisch-Islamischen Union die zweite moslemische Gemeinde in Rheine. Dabei stammen die meisten Mitglieder aus der Türkei, einige aus dem Libanon und dem ehemaligen Jugoslawien. Die Moscheegemeinde des Islamischen Kulturzentrums wurde 1973 gegründet und hat zur Zeit 70 Mitglieder (Familienvorstände). Die Gemeinde ist an der Elter Straße beheimatet und verfügt unter anderem über eine Moschee, Versammlungs- und Unterrichtsräume.
Nachdem am Sonntag zuerst, für einige der Anwesenden ungewohnt, die Schuhe ausgezogen worden waren, erklärten Mitglieder der Gemeinde, was es mit dem Ramadan auf sich hat.
Der islamische Fastenmonat Ramadan begann in diesem Jahr am 8. Dezember mit dem Sichtbarwerden der zunehmenden Mondsichel. Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondjahr. Der islamische Kalender folgt nämlich, anders als der in Deutschland und Westeuropa geltende Gregorianische Kalender nicht dem Lauf der Sonne, sondern dem des Mondes. Dies ist typisch für fast alle Kalender der semitischen Völker. Das Jahr hat im Islam zwölf Monate mit 29 oder 30 Tagen. Insgesamt 354. Wegen Abweichungen wird dem Jahr alle zwei Jahre ein Schalttag hizugefügt. Daher verschiebt sich das islamische Jahr gegenüber dem christlichen um elf Tage jährlich. So verschiebt sich auch der Ramadan und durchläuft in 33 Jahren alle Jahreszeiten.
Das Fasten während des Ramadan gehört neben dem Glaubensbekenntnis an den einen Gott, den fünf täglichen Gebeten, der Hilfe für die Armen und der Pilgerfahrt nach Mekka zu den heiligen Pflichten der Moslems. Befreit vom Fasten sind Kinder, alte und kranke Menschen, schwangere oder stillende Frauen und Reisende und Soldaten.
Während tagsüber die Anstrengung des Fastens die Moslems oft sehr anspannt, tritt abends eine gelöste Stimmung ein. Dann nämlich wird im Kreis der Familie die Mahlzeit des Fastenbrechens (Iftar) begangen.
An dieser Mahlzeit nahmen nun Vertreter von Stadt, Kirchen und Verbänden teil, unter ihnen Bürgermeister Wilhelm Niemann. Dieser begrüßte ausdrücklich das Nebeneinander der Religionen und beindruckte die türkischen Gastgeber mit einem Zitat aus dem Koran.
Der Iman (Vorbeter) Adem Yilmaz führte die Gäste durch die Moschee. Hier sind anders als in christlichen Gotteshäusern keine sakralen Gegenstände vorhanden.
Im Anschluß waren die Deutschen von den Gastgebern zur Mahlzeit des Fastenbrechens eingeladen. Hier konnten sich alle von den Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Einig waren sich am Ende alle Beteiligten, dass ein Gedankenaustausch zwischen den Konfessionen bestehen soll.
Münsterländische Volkszeitung , 22.12.1999
« westline.de - Lokalnachrichten Rheine (Münsterländische Volkszeitung / Münstersche Zeitung)