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TerrorismusEin notwendiges Zeichen? |
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Im Frühjahr 2004 wurde verstärkt die Frage gestellt, ob sich die Muslime entschließen sollten, medienwirksamer ihre Stellung jenseits von Terror und Integrationsverweigerung zur Geltung zu bringen.
Siehe dazu auch:
« "Ihr müsst euch bekennen!" von Jörg Lau (Die Zeit, 01.04.2004)
« Muss man Zeichen setzen? von Abu Bakr Rieger (Islamische Zeitung, 22.04.2004)
Nach solch anhaltenden Forderungen an die Muslime in Deutschland, sich deutlich von Terrorismus und Gewalt zu distanzieren, organisierte der Dachwverband DITIB am 21. November 2004 eine Demonstration in Köln unter dem Motto "Hand in Hand für Frieden und gegen Terror", zu sich mindestens 20.000 Muslime aus dem gesamten Bundesgebiet einfanden.
Die Spruchbänder der Demonstranten führten Parolen wie "Islam ist ein Glaube, kein Terror", "Unschuldige Menschen zu töten bedeutet nicht Dschihad" oder "Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschheit". Es wurden türkische und deutsche Fahnen und die Flagge der Europäischen Union geschwenkt. Unter den geladenen Gästen der Abschlusskundkgebung war Ridvan Cakir, der Vorsitzender der DITIB, Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), Claudia Roth vom Bundesvorstand der Grünen und der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens (SPD).
Während die Demonstration in großen Teilen der deutschen Öffentlichkeit als ein lang erwartetes Signal ein positives Echo fand, kritisierten viele Muslime den Alleingang von DITIB, die andere Organisationen von der Vorbereitung der Demonstration ausgeschlossen hatte.
Schon die Vorbereitungen der Demonstration überwiegend türkischer Muslime am Sonntag in Köln wurden von Rivalitäten unter den verschiedenen muslimischen Verbänden in Deutschland begleitet.
Vertreter anderer muslimischer Organisationen und Fachleute äußern die Vermutung, daß die Demonstration vom türkischen Religionsministerium bei der Türkisch-Islamischen Union "Ditib" quasi "bestellt", zumindest aber "erwünscht" gewesen sei, um im Hinblick auf den von der Regierung in Ankara angestrebten Beitritt zur Europäischen Union zu zeigen, daß sich türkische Muslime vom islamistischen Terror distanzieren.
...
Bei den anderen muslimischen Organisationen ist der Eindruck entstanden, dass die Ditib von der Bundesregierung, insbesondere von der SPD, als Hauptansprechpartner für islamische Belange gefördert und aufgebaut werde. Schon lange äußern Politiker aller Parteien den Wunsch, dass sich die Muslime in Deutschland eine klarere Organisationsstruktur auf Landes- und Bundesebene geben und auf eine gemeinsame Vertretung einigen. Zuletzt hatte das die Union in ihrem Antrag "Politischen Islamismus bekämpfen - verfassungstreue Muslime unterstützen" gefordert.
Ute Rasche: Islam-Demonstration. Bestellt und geliefert? Die perfekte Organisation als Indiz für eine bestellte Demonstration? FAZ 24.11.2004