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Zeugnisse

Dialog in Tanach, Evangelium und Koran

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Tanach
Hebräer und Fremde
fremde Götter
Israel unter den Völkern
Evangelium
Missionsauftrag
Polemik gegen die Pharisäer
Koran
Kampf gegen Polytheisten
Ermahnung statt Mission
Schriftbesitzer
Wettbewerb der Gemeinschaften
Ibrahim - Vorbild aller Gläubigen
Vorwürfe gegen Juden und Christen

Tanach

Hebräer und Fremde

Das Buch Deuteronominum verweist die Sorge um den Fremden auf die eigene Erfahrung Israels.

"Er (Gott) verschafft Waisen und Witwen ihr Recht. Er liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und Kleidung - auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen." (Dtn 19,18f)

Das Buch Exodus verbietet den Verkehr zwischen Israeliten und heidnischen Einwohnern des Landes:

"Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, einen Bund zu schließen; sie könnten dir sonst, wenn sie in deiner Mitte leben, zu einer Falle werden. Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen. Du darfst dich nicht vor einem andern Gott niederwerfen. Denn Jahwe trägt den Namen «der Eifersüchtige»; ein eifersüchtiger Gott ist er. Hüte dich, einen Bund mit den Bewohnern des Landes zu schließen. Sonst werden sie dich einladen, wenn sie mit ihren Göttern Unzucht treiben und ihren Göttern Schlachtopfer darbringen, und du wirst von ihren Schlachtopfern essen." (Ex 34, 12-15)


fremde Götter

Die Bücher der Könige berichten von Auseinandersetzung zwischen den Kulten der "fremden Götter" aus Kanaan oder Phönizien und den Propheten des Bundes Israels.

"Ahab, der Sohn Omris, wurde König von Israel ... und tat, was dem Herrn mißfiel, mehr als alle seine Vorgänger. Er nahm Isebel, die Tochter Etbaals, des Königs der Sidonier, zur Frau, ging hin, diente dem Baal und betete ihn an. Im Baalstempel, den er in Samaria baute, errichtete er einen Altar für den Baal. Auch stellte er einen Kultpfahl auf und tat noch vieles andere, womit er den Herrn, den Gott Israels, mehr erzürnte als alle Könige Israels vor ihm." (1 Kön 16, 29-32)

Königin Isebel lässt die Propheten Israels verfolgen, der Prophet Elias aber fordert ihre Baalspriester zu einem Gottesurteil heraus.

"... trat der Prophet Elija an den Altar und rief: Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, heute soll man erkennen, dass du Gott bist in Israel, dass ich dein Knecht bin und all das in deinem Auftrag tue. Erhöre mich, Herr, erhöre mich! Dieses Volk soll erkennen, dass du, Herr, der wahre Gott bist und dass du sein Herz zur Umkehr wendest. ... Das ganze Volk sah es, warf sich auf das Angesicht nieder und rief: Jahwe ist Gott, Jahwe ist Gott! Elija aber befahl ihnen: Ergreift die Propheten des Baal! Keiner von ihnen soll entkommen. Man ergriff sie, und Elija ließ sie zum Bach Kischon hinabführen und dort töten." (1 Kön 18, 36-40)

Neben dieser Auseinandersetzung auf Leben und Tod findet man Momentaufnahmen eines - gleichgültigen oder toleranten ? - Nebeneinanders. Naaman, der Feldherr des heidnischen Aramäerkönigs wird vom Propheten Elischa geheilt. Man beachte, unter welchen Bedingungen sein Bekenntnis zu Jahwe erfolgt.

"Nun kehrte er [Naaman] mit seinem ganzen Gefolge zum Gottesmann [Elischa] zurück, trat vor ihn hin und sagte: Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt außer in Israel. ... dann gebe man deinem Knecht so viel Erde, wie zwei Maultiere tragen können; denn dein Knecht wird keinem andern Gott mehr Brand- und Schlachtopfer darbringen als Jahwe allein. Nur dies möge Jahwe deinem Knecht verzeihen: Wenn mein Herr zur Anbetung in den Tempel Rimmons geht, stützt er sich dort auf meinen Arm. Ich muss mich dann im Tempel Rimmons niederwerfen, wenn er sich dort niederwirft. Dann möge das Jahwe deinem Knecht verzeihen, wenn er sich dort niederwirft. Elischa antwortete: Geh in Frieden!" (2 Kön 5,15-19)


Israel unter den Völkern

Der Prophet Jesaja sieht Israel in der Rolle des Heilsvermittlers, ohne dass die Völker zur Konversion gezwungen werden.

"Der Fremde, der sich dem Herrn angeschlossen hat, soll nicht sagen: Sicher wird der Herr mich ausschließen aus seinem Volk. ... Die Fremden, die sich dem Herrn angeschlossen haben, die ihm dienen und seinen Namen lieben, um seine Knechte zu sein, alle, die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen, die an meinem Bund festhalten, sie bringe ich zu meinem heiligen Berg und erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt." (Jes 56, 1-7)

Der Prophet Jeremia ermahnt die verbannten Juden in Babylon zur "Integration".

"So spricht der Herr der Heere, der Gott Israels, zur ganzen Gemeinde der Verbannten, die ich von Jerusalem nach Babel weggeführt habe: Baut Häuser, und wohnt darin, pflanzt Gärten, und eßt ihre Früchte! Nehmt euch Frauen, und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen, und gebt eure Töchter Männern, damit sie Söhne und Töchter gebären. Ihr sollt euch dort vermehren und nicht vermindern. Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl." (Jer 29,4-6)

Das Buch Esra berichtet von der Wiedergewinnung der alten Heimat und der eigenen Rechtspflege. Alte Ängste um die Bewahrung der eigenen Identität verbieten Mischehen und Umgang mit den Bewohnern des Landes.

"Als das vollbracht war, kamen die Obersten zu mir und sagten: Das Volk Israel und die Priester und die Leviten haben sich nicht ferngehalten von der Bevölkerung des Landes und ihren Greueltaten, von den Kanaanitern, Hetitern, Perisitern, Jebusitern, Ammonitern, Moabitern, Ägyptern und Amoritern. ... Du hast durch deine Diener, die Propheten, geboten: Das Land, in das ihr kommt, um es in Besitz zu nehmen, ist ein beflecktes Land; denn die Völker im Land haben es befleckt; in ihrer Unreinheit haben sie es mit ihren Greueltaten erfüllt, vom einen Ende bis zum andern. Darum dürft ihr eure Töchter nicht ihren Söhnen als Frauen geben, noch dürft ihr ihre Töchter für eure Söhne nehmen. Ihr Glück und ihren Wohlstand sollt ihr nicht begehren. Dann werdet ihr stark sein und die Güter des Landes genießen und sie euren Kindern vererben für alle Zeit. ... Wir wollen jetzt mit unserem Gott einen Bund schließen und uns verpflichten, dass wir alle fremden Frauen samt ihren Kindern wegschicken nach dem Rat meines Herrn und aller, die das Gebot unseres Gottes fürchten. Man handle nach dem Gesetz." (Esr, 9, 1-6, 10,3)

Das Buch der Makkabäer berichtet von einer rigorosen "Assimilierungspolitik" des Seleukiden Antiochos.

"Damals schrieb der König seinem ganzen Reich vor, alle sollen zu einem einzigen Volk werden, und jeder solle seine Eigenart aufgeben. Alle Völker fügten sich dem Erlaß des Königs. Auch vielen Männern aus Israel gefiel der Gottesdienst, den er angeordnet hatte; sie opferten den Götterbildern und entweihten den Sabbat. Der König schickte Boten nach Jerusalem und in die Städte Judäas mit der schriftlichen Anordnung, man solle eine Lebensform übernehmen, die dem Land fremd war. Brand-, Schlacht- und Trankopfer im Heiligtum seien einzustellen, Sabbate und Feste zu entweihen, das Heiligtum und die Heiligen zu schänden. Man solle statt dessen Altäre, Heiligtümer und Tempel für die fremden Götter errichten sowie Schweine und andere unreine Tiere opfern. Ihre Söhne dürften sie nicht mehr beschneiden, vielmehr sollten sie sich mit jeder denkbaren Unreinheit und Schande beflecken. So sollte das Gesetz in Vergessenheit geraten, und alle seine Vorschriften sollten hinfällig werden. Wer aber des Königs Anordnung nicht befolge, müsse sterben."( 1 Makk 1, 41-50)


Evangelium

Missionsauftrag

Der historische Jesus von Nazareth verkehrt mit Mitgliedern der Besatzungsmacht (Hauptmann von Kaphernaum), Kollaborateuren (Zöllnern), Abtrünnigen (Samaritanern) und Heiden (syrophönizische Frau). Aber das Zusammenleben mit den Heiden selbst wird vor dem nahen Eintreffen des Gottesreiches selbst nicht problematisiert. Zu kurz ist die Zeit.

"Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe." (Mat 10, 5-7)

Der Missionsauftrag des nachösterlichen Christus aber lautet dann so:

"Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mat 28, 18ff)

Daneben steht ein allein durch Christus vermittelter Zugang zu Gott.

"Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen." (Joh 14, 6f)


Polemik gegen die Pharisäer

Die jüdische Partei der Pharisäer plädierte für Toleranz gegenüber den Judenchristen.

"Als sie [der Hohe Rat] das hörten, gerieten sie in Zorn und beschlossen, sie [die Apostel] zu töten. Da erhob sich im Hohen Rat ein Pharisäer namens Gamaliėl, ein beim ganzen Volk angesehener Gesetzeslehrer; er ließ die Apostel für kurze Zeit hinausführen. Dann sagte er: Israeliten, überlegt euch gut, was ihr mit diesen Leuten tun wollt. ... Darum rate ich euch jetzt: Lasst von diesen Männern ab, und gebt sie frei; denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört werden; stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten; sonst werdet ihr noch als Kämpfer gegen Gott dastehen." (Apg 5, 21-41)

Aber die Evangelien polemisieren ständig gegen die "Pharisäer" als Gegner. Besonders heftig ist diese Polemik im Matthäusevangelium entfaltet.

"Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.
...
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde Führer!
...
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Nattern, ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen? Darum hört: Ich sende Propheten, Weise und Schriftgelehrte zu euch; ihr aber werdet einige von ihnen töten, ja sogar kreuzigen, andere in euren Synagogen auspeitschen und von Stadt zu Stadt verfolgen. So wird all das unschuldige Blut über euch kommen, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, Barachias'  Sohn, den ihr im Vorhof zwischen dem Tempelgebäude und dem Altar ermordet habt.
...
Darum wird euer Haus (von Gott) verlassen."
(Mat 23, 1-29)


Koran

Kampf gegen Polytheisten

Der Koran gibt Zeugnis von einer Auseinandersetzung zwischen Gläubigen und ungläubigen Polytheisten oder Götzendienern. Er verlangt von den Gläubigen, die Ungläubigen zu bekämpfen - wenn man von ihnen angegriffen wird.

"Wenn einer von den Polytheisten dich [Muhammed] um Schutz bittet, so gewähre ihm Schutz, bis er das Wort Gottes hört. Danach laß ihn den Ort erreichen, in dem er in Sicherheit ist. ... Solange sie sich euch gegenüber recht verhalten, verhaltet auch ihr euch ihnen gegenüber recht. Gott liebt die Gottesfürchtigen." (Sure 9 - Al-Tauba , 6)

Keinen Kompromiss kennt der Koran nur in der Auseinandersetzung mit den Polytheisten, die Mekka und das zentrale Heiligtum der Kaaba in Besitz halten. Juden und Christen werden nicht bekämpft, wenn sie eine muslimische Herrschaft (durch Zahlung einer Abgabe) anerkennen.

"Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gott und sein Gesandter geboten haben, und nicht der Religion der Wahrheit angehören - von denen, denen das Buch zugekommen ist [Juden und Christen], bis sie von dem, was ihre Hand besitzt, Tribut entrichten als Untergebene." (Sure 9 - Al-Tauba, 29)


Ermahnung statt Mission

Einen "Missionsauftrag" kennt der Koran nicht.

"Es gibt keinen Zwang in der Religion. Der richtige Weg unterscheidet sich nunmehr klar vom Irrweg. Wer also die Götzen verleugnet und an Gott glaubt, der hält sich an der festesten Handhabe, bei der es kein Reißen gibt. Und Gott hört und sieht alles." (Sure 2 - Al-Bakara, 256)

"Wenn sie mit dir streiten, dann sprich: Ich ergebe mich Gott völlig, und auch die, die mir folgen. Und sprich zu denen, denen das Buch zugekommen ist, und zu den Ungelehrten: Werdet ihr nun Muslime werden? Wenn sie Muslime werden, so folgen sie der Rechtleitung. Wenn sie sich aber abkehren, so obliegt dir nur die Ausrichtung [der Botschaft]. Und Gott sieht wohl die Diener." (Sure 3 - Al-Imran, 20)

"Und wenn sie unbedachte Rede hören, wenden sie sich davon ab und sagen: 'Wir haben unsere Werke und ihr habt eure Werke zu verantworten, Friede sei über euch! Wir suchen nicht den Umgang mit den Törichten.' Du kannst nicht rechtleiten, wen du gern möchtest. Gott ist es, der rechtleitet, wen er will. Er weiß besser, wer der Rechtleitung folgt." (Sure 28 - Al-Qasas , 55f)


Schriftbesitzer

Juden und Christen nehmen als "Völker des Buches" eine besondere Stellung ein.

"Jene, die glauben, einschließlich der Juden, Sabier oder Christen, alle die sich Gott verschrieben haben, des Jüngsten Tages gewiss sind und gute Werke tun, brauchen keine Angst zu haben. Sie werden nicht traurig sein." (Sure 5 - Al-Maida, 69)


Wettbewerb der Gemeinschaften

Das Verhältnis der Religionsgemeinschaften zueinander soll vom Wettbewerb, nicht vom Kampf bestimmt werden.

"Es soll das Volk des Evangeliums sich nach dem richten, was Gott darin offenbart hat. Wer sich nicht an das hält, was Gott hinabgesandt hat, der ist ein Frevler. Wir (Allah) haben dir (Mohammed) den Koran herabgesandt mit der Wahrheit, als Erfüllung dessen, was schon geschrieben war, und als Wächter darüber. Entscheide darum zwischen ihnen nach dem, was Gott hinabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen gegen die Wahrheit, die dir offenbart wurde. Einem jeden von euch haben wir eine klare Satzung und einen deutlichen Weg vorgezeichnet. Hätte Gott gewollt, so hätte Er euch alle zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch sein Plan ist es, euch auf die Probe zu stellen, durch das, was er jedem von euch gegeben. Wetteifert darum miteinander in guten Werken! Ihr werdet alle zu Gott zurückkehren, dann wird er euch aufklären, worüber ihr uneinig wart." (Sure 5 - Al-Maida, 47-48)

"Darum rufe du auf und folge nicht ihren [der Schriftbesitzer] Neigungen, sondern sprich: Ich glaube an das, was Gott an Büchern herabgesandt hat, und mir ist befohlen worden, unter euch Gerechtigkeit zu üben. Gott ist unser Herr und euer Herr. Wir haben unsere Werke und ihr habt eure Werke zu verantworten. Es gibt keinen Streitgrund zwischen uns und euch. Gott wird uns zusammenbringen. Und zu ihm führt der Lebensweg." (Sure 42 - Al-Schura, 15)

"Und streitet mit den Leuten des Buches nur auf die beste Art, mit Ausnahme derer von ihnen, die Unrecht tun. Und sagt: Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt und zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist einer. Und wir sind ihm ergeben." (Sure 29 - Al-Ankabut, 46)


Ibrahim - Vorbild aller Gläubigen

Als Vorbild der Muslime wird Ibrahim (Abraham) herausgestellt:

"Sprich: Oh ihr Leute des Buches, kommt her zu einem zwischen uns und euch gleich angenommenen Wort: dass wir Gott allein dienen und Ihm nichts beigesellen, und dass wir nicht einander zu Herren nehmen neben Gott. Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt: Bezeugt, dass wir gottergeben sind. Oh ihr Leute des Buches, warum streitet ihr über Abraham, wo doch die Thora und das Evangelium erst nach ihm herabgesandt wurden? Habt ihr denn keinen Verstand? Siehe, ihr habt über etwas gestritten, wovon ihr Wissen habt. Warum streitet ihr denn nun über das, wovon ihr kein Wissen habt? Gott weiß, ihr aber wisst nicht Bescheid. Abraham war weder Jude noch Christ, sondern er war ein Anhänger des reinen Glaubens, ein Gottergebener, und er gehörte nicht zu den Polytheisten. Diejenigen unter den Menschen, die am ehesten Abraham beanspruchen dürfen, sind die, die ihm gefolgt sind, und dieser Prophet und diejenigen, die glauben. Und Gott ist der Freund der Gläubigen." (Sure 3 - Al-Imran, 64-68)


Vorwürfe gegen Juden und Christen

Der Koran wirft den Schriftbesitzern vor, aus Neid und Missgunst gegeneinander über die Schrift gestritten zu haben und dabei auch das Zeugniss der Offenbarung verfälscht zu haben:

"Unter Ihnen gibt es eine Gruppe, die ihre Zungen beim Lesen des Buches verdrehen, damit ihr meint, es gehöre zum Buch, während es nicht zum Buch gehört, und die sagen, es sei von Gott her, während es nicht von Gott kommt. Damit sagen sie gegen Gott eine Lüge aus, und sie wissen es." (Sure 3 - Al-Imram, 78)

Viele Muslime gehen davon aus, dass sogar der Text der frühen Offenbarungen verderbt sei. Aber dieser Vers des Korans läßt eine solche Interpretation (Schriftfälschung) eigentlich nicht zu.

Der Koran lässt es auch nicht an deutlicher Kritik an Glaubensvorstellungen der Christen und Juden mangeln.

"Die Juden sagen: Uzayr [Esra] ist Gottes Sohn. Und die Christen sagen: Christus ist Gottes Sohn. Das ist ihre Rede aus ihrem eigenen Munde. Damit reden sie wie die, die vorher ungläubig waren. Gott bekämpfe sie! Wie leicht lassen sie sich doch abwenden! Sie nahmen sich ihre Gelehrten und ihre Mönche zu Herren neben Gott, sowie auch Christus, den Sohn Marias. Dabei wurde ihnen doch nur befohlen, einem einzigen Gott zu dienen. Preis sei ihm! Erhaben ist er über das, was sie Ihm beigesellen. Sie wollen das Licht Gottes mit ihrem Mund auslöschen, aber Gott besteht darauf, sein Licht zu vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist." (Sure 9 - Al-Maida, 30ff)

 

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wilhelm sabri hoffmann - rheine - 2004